Trends in der Informationstechnologie
Notizen anlässlich des Vortrages von Walter Hehl (ehem. IBM Research) am 15.02.2008 in der HTW Chur

Haupttriebfeder hinsichtlich aktueller IT-Trends ist laut Hehl die Entmaterialisierung, respektive Miniaturisierung. Diese beiden Stichwörter sind wesentliche Merkmale des sogenannten Pervasive Computing, welches auch Ubiquitous Computing, Ambient Intelligence oder Internet der Dinge genannt wird.
Den grössten Erfolg verbuchte die “allgegenwärtige, mitfühlende und smarte” Technologie bisher im Bereich der mobilen Telekommunikation. Kennzahl hierfür sind 2,4 Mrd weltweit verkaufte Handys.
Ubiquitous Computing in Verbindung mit mobiler Telefonie hat folgende Facetten:
- people sensors (Terminkalender, Biometrik [bspw. Diabetik])
- place sensors (Videokamera)
- things sensors (RFID)
- business sensors (Werbung)
Der Hype um die seit 1994 erhältlichen RFID-Chips ist hingegen verflogen und hat teilweise Ernüchterung Platz gemacht. Der Vorteil von Radio Frequency Identification ist, dass man Produkte bis auf die individuelle Stufe hinunter identifizieren und mit Eigenschaften ausstatten kann. Nachteilig wirken sich unter anderem jedoch die hohen Kosten der RFID-Chips aus. Mittlerweile gibt es RFID-Chips, die nicht grösser sind als 40 Mikrometer. Die DARPA unterhält ein Programm mit dem Namen Smart Dust. So soll es möglich werden, alle Produkte mit einem Chip auszustatten und individuelle Produktehomepages zur Rückverfolgung und Kontrolle anzubieten. “All objects will get IDs and homepages [...] and sensors.”
Anwendungsgebiete von RFID sind beispielsweise:
- Micro Risks (Risikoprämien/Versicherung)
- Micropayments (Roadpricing, digitale, sensorgesteuerte Stromzähler und -verteiler)
Diese Anwendungen sind technisch realisierbar. Was aus Sicht der Industrie noch fehlt, ist die direkte Anbindung der Elektronik an das humane Nervensystem. Tatsache ist, dass zu den realen Welten virtuelle hinzu kommen. Es entstehen “verstärkte” Realitäten, sogenannte Augmented Realities. Dies bedingt einen neuen Verhaltenscodex, Wegweiser und Policies.
Dieses Modell visualisiert die drei Bausteine des Kunstwortes Presentity, der “Wolke aller Eigenschaften, die man trägt” (Hehl 2008). Es sind dies:
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Identität und Eigenschaften des Gerätebesitzers
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momentaner Aufenthaltsort
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Umgebungskontext
Ergebnis dieser drei Eckpfeiler ist die Generierung kontextsensitiver Mehrwerte. So stehen dem Benutzer personalisierte, aktuelle und lokalitätsbezogene Informationen zur Verfügung.
Als Beispiel kontextsensitiver Informationsdienste nannte Hehl ein “smartes” Mobiltelefon. Dieses gleicht die persönliche Bücherwunschliste des Telefonbesitzers mit den Beständen von Bibliotheken/Buchhandlungen ab, sobald man letztere betritt.
Ein andere Projekt dient dem logistischen Management von Containernschiffen. In Verbindung mit Google Earth gewährt das Programm Einblick in den physischen Zustand und die globale Position von Frachtcontainern.
Ein bezüglich der Lokalisierung vergleichbares Mashup entwickelten zwei Studenten der ZHAW im Jahre 2007, indem sie den Flugverkehr im Grossraum Zürich visualisierten. (Berichte im Tages-Anzeiger vom 20.11.2007 und vom 03.03.2008 )
Gegen Ende des Referats ging Hehl noch auf folgende Themen ein:
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Event Processing bedeutet im Kontext des Ubiquitous Computing, dass Sensorquellen Informationen liefern, welche von Runtime Engines analysiert werden. Auf Grundlage dieser Informationen sowie vorgängig definierter Regeln entscheidet das System dann, an welcher Stelle es mit der Prozessierung des Algorithmus fortfährt.
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History Flow: Visualisierung des Bearbeitungsprozesses von Wikipedia-Artikeln
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Social Network Analysis (Social Computing): Analyse und Visualisierung von Beziehungen
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Daniel Boorstin (1961) schrieb über Amerikaner: “We risk being the first people in history to have been able to make their illusions so vivid, so persuasive, so ‘realistic’ that they can live in them. We are the most illusioned people on earth.” (Bericht in der New York-Times)

Beiträge
Ich muss sagen, dass ich den Vortrag von Herr Hehl äusserst spannend fand. Erstaunlich war, für welche Zwecke dieser sogenannte Smart Dust eingesetzt wird oder auch kann. Ich denke auch gleich an die Medizin, welche sicherlich von diesen Entwicklungen in diesem Bereicht ungemein profitieren kann…
Im Bibliothekswesen wird die RFID Technik hoch gelobt und man trifft diese beinahe in jeder Bibliothek an. Jedoch treten auch dort diverse Handhabungsschwierigkeiten auf, welche man vorher nicht bedacht hat. Gerade das Einlesen der Daten bzw. der Medien birgt einige Probleme, die es zu lösen gilt.
Look out for the following mashup: http://www.swisstrains.ch
One of the coolest functions is one that is a bit hidden: click on a moving train, and click in the unfolding menu on the button “Follow”. This will show you from a bird’s eye view via satellite images, the moving train.