Silent Commerce I

In diesem Beitrag möchte ich auf betriebswirtschaftliche Aspekte des Ubiquitous Computing eingehen. Das Hauptaugenmerk soll dabei auf die betriebliche Informationsverarbeitung gerichtet werden. In diesem Bereich vollzieht sich momentan der Wandel von sichtkontaktbasierten Barcode-System hin zum auf RFID basierenden Silent Commerce.

Medienbruch

Laut Fleisch, Christ und Dierkes (2005, S. 3) offenbaren sich in ökonomischen Prozessen unter anderem folgende Probleme:

  • Out-of-Stock: nachgefragte Artikel sind nicht an Lager, was Umsatzeinbussen zur Folge hat
  • Shrikage: unkalkulierte Bestandesreduktionen durch Diebstahl und administrative Fehler
  • Fälschungen/Imitate: Umsatzeinbussen bei Originalmarken, Risiken bei Medikamenten und Fahrzeugersatzteilen
  • Verwechslung: vermeidbare Todesopfer in Spitälern durch Fehlmedikation
  • Rückrufaktionen: fehlerhafte Produkte bei Serienproduktion präziser rückrufbar, dadurch Kosteneinsparung

Diese Problemfelder können mit den aktuellen Techniken der betriebswirtschaftlichen Informationsverarbeitung nicht zufriedenstellend gelöst werden. Grund ist gemäss Fleisch et al. (2005, S. 4) die „Lücke“ zwischen der realen und der digitalen Welt, also der Medienbruch, beziehungsweise die magelhafte Integration. Zur Lösung dieses Problemes initiierten nahmhafte Unternehmen um die Jahrtausendwende sogenannte Auto-ID Centers (Beispiele: autoIDlabs, EPCglobal, M-Lab).

Integration dank UbiComp

Anhand von vier Modellen zeigen Fleisch et al. (2005, S. 5-15) auf, dass Ubiquitous Computing der logische Schritt zu einer besseren betrieblichen Informationsverarbeitung ist.

  1. neue Informationssystemgeneration (z.B. RFID) bringt eine gesteigerte Integrationstiefe der Geschäftsprozesse (Silent Commerce).
  2. Schliessen der Lücke (Medienbruch) zwischen realer und digitaler Welt mit Hilfe von Sensoren und Aktuatoren.
  3. Erreichen eines geschlossenen digitalen Managementregelkreises (Point of Creation, Point of Action) zum Real Time-Management.
  4. Erreichen einer erhöhten Datengranularität (Dimensionen: Zeit, Objekt, Ort, Inhalt) hinsichtlich des Zustandes der realen Welt.

Summa summarum lässt sich die reale Welt dank Ubiquitous Computing kosteneffizient und mit allen Einzelheiten digital integrieren. So entstehen am Point of Creation (POC) vielschichtige Daten, die am Point of Action (POA) zu besseren Entscheidungen führen sollen.

~ von Sebastian am Dienstag, 15. April 2008.

Eine Antwort to “Silent Commerce I”

  1. Der Medienbruch ist eine ganz entscheidender Faktor in Bezug auf Ubiquitous Computing. Denn wenn die Systeme schon einzeln noch nicht kompatibel sind, wie soll dann erst eine Kommunikation zwischen allen Systeme oder „Dinge“ stattfinden? Jedoch werden die einzelnen Systeme laufend verbessert und untereinander kompatibel, dass der Medienbruch bei einem Prozess, wie beispielsweise einer Bestellung, verringert wird. Jedoch bis alle Systeme ohne Medienbruch funktionieren, wird doch noch eine gewisse Zeit vergehen.

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